Piraten fordern multimobile ÖPNV-Konzepte

Die Spitzenkandidaten der Piratenpartei für den Kreistag SaarlouisJörg Arweiler, und für den Stadtrat SaarlouisHolger Gierfordern für den Landkreis Saarlouis ein modernes und leistungsfähiges ÖPNV-Gesamtkonzept. Bus- und Bahnfahren müsse sich zu einer echten Alternative zum mobilisierten Individualverkehrentwickeln. Dazu gehören kurze Taktzeiten und aufeinander abgestimmte Abfahrtzeiten von Bussen und Zügen , Nachtbusse und -taxis für Jugendliche, eine Priorisierung der Busse im Straßenverkehr z. B. durch bevorzugte Ampelschaltungen und insbesondere günstige Tarife bis hin zu einem fahrscheinlosen ÖPNV finanziert durch eine Nahverkehrsumlage, um die Nutzungshemmschwelle zu senken. Natürlich müssen auch die Busse und Bahnen selbst, etwa mit kostenlosem WLAN für die Fahrgäste, zusätzlichen Haltepunkten auch im ländlichen Bereich und einer Aufstockung der Fahrzeugflotte, aufgewertet werden.

Symptomatisch für das zurzeit noch auf den Individualverkehr ausgelegte Verkehrssystem ist etwa der tägliche Stau auf der Autobahn A620 Richtung Saarbrücken, der insbesondere Berufspendlern schon lange ein Dorn im Auge istHinzu kommen lange Fahrzeiten, unrentable Standzeiten von Pkw, in denen diese nicht genutzt werden und hohe Benzin-, Versicherungs- und Instandhaltungskosten. Dieser Entwicklung muss auch lokal entgegengewirkt werden.

Hierzu Jörg Arweiler: „Alle Entscheidungsträger von Städten und Gemeinden müssen an einem Strang ziehen und bei der Schaffung undAusgestaltung von Mobilitätsmöglichkeiten ein über die Ortsgrenzen hinaus gehendes frisches Denken an den Tag legen. Kirchturmdenken oder Insellösungen sind kontraproduktiv. Das Mobilitätsverhalten wird sich in naher Zukunft komplett verändern. Dazu trägt einerseits der demografische Wandel und anderseits das geänderte Nutzungsverhalten der kommenden Generationen bei. So sehen es beispielsweise viele junge Erwachsene nicht mehr ein, sich selbst ein eigenes Auto zu kaufen, können oder wollen dieses nicht mehr finanzieren und setzen daher verstärkt auf ÖPNV und Carsharing, um auch ohne eigenes Fahrzeug flexibel von A nach B zu kommen oder Transporte zu erledigen. Um diesem Trend gerecht zu werden, brauchen wir jetzt Lösungsansätze. Da müssen auch bestehende Verkehrsverbandsstrukturen und Finanzierungsmodelle auf den Prüfstand.“

Holger Gierergänzt: „Wer heute mit dem Bus nur durch die Innenstadt von Saarlouis fahren möchte, durchquert teilweise mehrereTarifwaben, und zahlt schon für Kurzstrecken einen unverhältnismäßig hohen Fahrpreis. Das muss sich grundlegend ändern, um die Nutzung des ÖPNV für den Bürger attraktiver zu gestalten und die Akzeptanz und Nutzungsbereitschaft zu erhöhen. Für das Stadtgebietund die einzelnen Saarlouiser Stadtteile fordern wir daher ergänzend ein vernünftiges Konzept zur Bereitsstellung von Carsharing-Fahrzeugen mit sinnvollen Bezahlmöglichkeiten und ausreichenden Abstellorten an möglichst allen interessanten städtischen Haltezielen. Denkbar ist auch ein Mix aus (elektrischen) Gemeinschaftsfahrzeugen und (motorisierten) Fahrrädern innerhalb des Stadtgebietes. 

Auch über eine Anbindung an die Saarbahn und deren Finanzierbarkeit sollte generell einmal nachgedacht werden, insbesondere wenn man bedenkt, dass die Saarbahn auch heute schon bis nach Lebach fährt und auch im Saarlouiser Umland noch stillgelegte auch dennoch reaktivierbare Schienen und Oberleitungen vorhanden sind. Ein solcher Mobilitätsmix könnte dann zukünftig im Rahmen des fahrscheinlosen ÖPNV genutzt werden oder diesen, wie etwa was das Carsharing-Modell angeht, sinnvoll ergänzen.“, so Gier abschließend.


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