Stadt soll Fördermittel für Flüchtlingsehrenarbeit zeitnah beantragen und Freifunk-Kommunikationsnetze für Flüchtlinge aufbauen und fördern

Zur Förderung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit in saarländischen Kommunen stellt das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen un Familie aus einem Richtlinien-Fonds landesweit insgesamt 200.000,- Euro Fördermittel zur Verfügung. Diese Mittel werden nach der Anzahl der jeweils aufgenommenen Flüchtlinge auf die Kreise verteilt. Zur Auszahlung der Mittel an die Landkreise ist eine vorherige Antragstellung durch diese beim Ministerium erforderlich. Sobald ein Förderantrag des Kreises beim Land eingeht, wird der im Verhältnis zur Aufnahmezahl stehende Anteil am Gesamtfördertopf ausgezahlt. Kreisangehörige Städte und Gemeinden können sich um diese Mittel für Ehrenamtsprojekte beim Kreis bewerben. In diesem Zusammenhang teilte das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie mit, dass der Landkreis Neunkirchen 23.454,- Euro vom Land zur Unterstützung ehrenamtlicher Flüchtlingsbetreuung und -integration erhält.

Hierzu Holger Gier, Stadtverordneter der Piratenpartei in der Kreisstadt Saarlouis: "Nun ist es an der Stadt Saarlouis, schnellstmöglich eigene Ehrenamtsprojekte im Bereich der Flüchtlingsarbeit aktiv beim Landkreis zu bewerben. Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage sollten externe Fördermittel möglichst zeitnah angefordert werden. So können sie unmittelbar vor Ort eingesetzt werden, wo sie dringend gebraucht werden. Es ist wichtig, das bestehende, überwältigende ehrenamtliche Engagement in der Stadt zu fördern und noch weiter auszubauen. Die Gelder können dann beispielsweise für die Fortbildung von Ehrenamtlern in Saarlouis eingesetzt werden. Vor allem auch dank der Bereitschaft vieler Menschen, sich unentgeltlich um Flüchtlinge kümmern zu wollen, kann eine schnelle Integration gelingen. Daher muss dieses Engagement unter Ausschöpfung aller vorhandenen Möglichkeiten gefördert werden. Der Bedarf an Integrationsmaßnahmen ist jetzt da. Und die Flüchtlingszahlen steigen weiter. Wir wollen diese Menschen willkommen heißen und ihnen bei den alltäglichen Problemen in einem für sie neuen und unbekannten Umfeld helfen, damit sie unsere Gesellschaft schnell bunter und vielfältiger machen können.

Eine weitere schnelle Hilfsmaßnahme für Flüchtlinge kann aus unserer Sicht die Bereitstellung eines Internetzugangs darstellen.Flüchtlinge sind häufig von modernen Kommunikationsmöglichkeiten, insbesondere zu ihren Angehörigen und Verwandten im Heimatland abgeschnitten, weil sie sich keinen kostenpflichtigen Internetzugang leisten können. Hier könnte nach Ansicht der Piraten Saarlouis eine Unterstützung des Freifunk-Projekts durch die Stadt Saarlouis, die sozialen Träger und weitere Freiwillige Abhilfe schaffen. Mithilfe von Freifunk-Routern kann ein freies Netz aufgebaut werden, das Flüchtlingen einen hürdenfreien und kostenlosen Zugang zum internet und damit zur digitalen Kommunikation sowie Bildung und Information ermöglicht. Wenn öffentliche Einrichtungen und weitere Freiwillige sich bereit erklären, ihren Internetanschluss mithilfe der Freifunk-Technologie mit Flüchtlingen, die in deren Nähe oder in der Einrichtung selbst wohnen, zu teilen, kann diesen schnell, einfach und kostenlos ein Internetzugang zur Verfügung gestellt werden. Dieser ist für eine Kommunikation zu Angehörigen, Freunden und Familie in den Herkunftsländern der Flüchtlinge unabdingbar. Kommunikation ist ein elementares Grundbedürfnis von Menschen und für uns Piraten heutzutage genauso Teil der Daseinsvorsorge wie die Versorgung mit Strom, Wasser oder Gas.", so Gier abschließend.


Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht öffentlich angezeigt. Verbindlich einzugebende Felder werden mit diesem Zeichen kenntlich gemacht: *