Piraten bieten Gemeinde Saarwellingen Unterstützung beim Aufbau eines Freifunknetzes an

Nachdem der Bürgermeister von Saarwellingen angekündigt hatte, dass die Saarwellinger Bürgerinnen und Bürger auf den versprochenen WLAN-Hotspot in der Gemeinde mindestens noch bis September diesen Jahres warten müssen, weil erst dann ein Gesetz in Kraft trete, was Hotspot-Betreibern mehr Rechtssicherheit bringen soll, bieten ihm die Piraten im Kreis Saarlouis jetzt schon schnelle und umkomplizierte Hilfe bei der direkten Umsetzung an. Hierzu erklärt Jörg Arweiler, Vorsitzender der Piratenpartei im Kreis Saarlouis:

"Wir können die Leute verstehen, die sich einen schnellen öffentlichen WLAN-Zugang in Saarwellingen wünschen. Dass sie jetzt wieder vertröstet werden, ohne dass Alternativen geprüft werden, ist nicht nachzuvollziehen. Schließlich ist es auch jetzt schon möglich, rechtssicher und dazu noch extrem kostengünstig einen öffentlichen Internetzugang für alle Saarwellinger bereitzustellen. Nämlich mit Hilfe von Saar-Freifunk. Hierbei ist der Betrieb für die Gemeinde Saarwellingen bis auf die anfallenden Stromkosten und einmalige Investitionskosten für Router und gegebenenfalls Antennen im Gegensatz zu kommerziellen Betreibern, die sich ihre Dienstleistung teuer bezahlen lassen, völlig kostenlos. Als kleine Anschubfinanzierung erklären wir als Piratenpartei uns bereit, Router zu sponsern, um die Umsetzungsbereitschaft und -geschwindigkeit durch die Gemeinde Saarwellingen zu erhöhen. So haben wir auch in Saarlouis schon erfolgreich geholfen, das Freifunknetz dort aufzubauen.

Mit Hilfe der Freifunktechnik kann jeder bestehende Internetanschluss, also beispielsweise auch der des Rathauses in Saarwellingen, mit Dritten geteilt werden. Vorteil der Hotspot-Lösung über Freifunk ist nicht nur, dass die von Bürgermeister Philippi als zur Zeit noch als problematisch und entgegenstehend dargestellte Störerhaftung für Betreiber von Freifunk-Knoten keine Rolle spielt. Denn Freifunk, über deren Server der gesamte Internetverkehr per VPN-Tunnel umgeleitet wird, fungiert hierbei als Provider, für den das sogenannte Providerprivileg gilt. Somit haftet der Betreiber des Knotens nicht für hierüber möglichweise begangene (Urheber-)Rechtsverstöße. Der Zugang zum Internet ist darüber im Vergleich zu kommerziellen Angeboten auch noch ohne zeitliche oder volumenmäßige Begrenzung und ohne, dass für den Zugang vorher ein Passwort eingegeben werden müsste. Einfach WLAN-Verbindung aktivieren, als Hotspot saar.freifunk.net in den WLAN-Einstellungen auswählen, verbinden und schon kann vollkommen gratis im Umkreis des Freifunk-Routers im Internet gesurft werden. Überall in Deutschland entstehen immer mehr Freifunk-Knoten, betrieben durch Private und auch durch die öffentliche Hand, wie beispielsweise die Stadt Arnsberg in Nordrhein-Westfalen erfolgreich unter Beweis stellt. Ein Trend, dem sich Saarwellingen nicht verschließen sollte. Wenn der Saarwellinger Rat möchte, stehen wir gerne beratend für den Aufbau eines solchen Netzes zur Verfügung."


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