Piraten bemängeln schlechtes Nahverkehrsangebot und fehlendes ÖPNV-Konzept

Die Piraten in Saarlouis haben sich der Kritik des Landesverbands des ökologischen Verkehrsclubs (VCD) angeschlossen. Hiernach fehle es an einem ausreichenden Nahverkehrsanschluss für das Gewerbegebiet „Lisdorfer Berg“ und einem modernen ÖPNV-Konzept. Holger Gier, Stadtratsmitglied für die Piraten in Saarlouis, sieht die Stadt Saarlouis insgesamt im Bereich des Nahverkehrsangebots deutlich unterversorgt:

„Ein neuer Gewerbestandort mit vielen Arbeitsplätzen braucht eine gute Nahverkehrsanbindung. Ohne diese sind die Beschäftigten auf dem „Lisdorfer Berg“ gezwungen, mit dem eigenen Auto zur Arbeit zu fahren. Am mangelhaften ÖPNV-Konzept der Stadt ändern auch kleine kosmetische Änderungen, wie die vom Stadtrat mehrheitlich beschlossene Verringerung auf eine Wabe nichts, zumal die Vertreter von Saarlouis im Verkehrsverbund SaarVV das nur durchsetzen können, wenn andere Mitglieder aus den übrigen Städten und Kreisen zustimmen. Das erscheint sehr fraglich, weil sich dadurch der Gesamtzuschnitt ändert und die Kosten neu verteilt oder die Mehrkosten letztlich von der Stadt Saarlouis getragen werden müssen. Die Bereitschaft, den eigenen Pkw stehen zu lassen und Busse und Bahnen zu nutzen, ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig: Verfügbarkeit des Angebots und Preis. Beides ist in Saarlouis – wie nahezu im Rest des Saarlandes – nicht gegeben. Es fahren zu wenig Busse und die Preise, selbst für kürzeste Strecken, sind viel zu hoch. Um dies zu verbessern, braucht es einen Systemwechsel in der Finanzierungsstruktur. Der hauptsächlich eh schon, weil die durch Fahrpreise erzielten Einnahmen bei weitem nicht ausreichen, durch Steuergelder quersubventionierte Nahverkehr sollte nach unserer Vorstellung in einen fahrscheinlosen Nahverkehr umgestaltet werden. Dann zahlt jeder Bürger über 18 monatlich eine geringe Nahverkehrsabgabe und dafür können alle so oft und solange sie wollen den dadurch finanzierten ÖPNV nutzen. Durch die hierdurch gewonnenen zusätzlichen Einnahmen können zudem noch Angebot, Taktung, Fahrzeuganzahl, Qualität und Ausstattung verbessert werden. Würden die Busse dann noch rein elektrisch fahren, wäre es auch echter Gewinn für die Umwelt. Mit diesen Mitteln können auch fehlende Verbindungen, wie beispielsweise zum „Lisdorfer Berg“ eingerichtet werden. Ein solidarisches Finanzierungssystem für den Nahverkehr, von dem letztlich alle profitieren“, so Gier abschließend.


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